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Verstopfung: Ursachen verstehen und die Verdauung natürlich unterstützen

  • Autorenbild: Michèle Grosswiler
    Michèle Grosswiler
  • 27. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Juli

Frau sitzt an einem Tisch und giesst Wasser in ein Glas. Daneben befindet sich ein Tischset aus Rattan und eine weisse Vase mit Trockenblumen.

Kennst du das Gefühl, wenn der Bauch schwer ist, der Gang zur Toilette zur Geduldsprobe wird und du dich einfach nicht richtig erleichtert fühlst? Verstopfung ist weit verbreitet und kann das Wohlbefinden im Alltag deutlich beeinträchtigen. In diesem Blogartikel erfährst du, welche Ursachen dahinterstecken können und was deinen Darm auf natürliche Weise unterstützen kann.


Verstopfung - was heisst das überhaupt?


Von Verstopfung – im Fachjargon auch Obstipation genannt – spricht man, wenn der Stuhl den Darm langsamer als gewöhnlich passiert. Dadurch entzieht der Dickdarm dem Stuhl immer mehr Wasser. Der Stuhl wird hart, trocken und lässt sich schlechter ausscheiden.


Typische Beschwerden:

  • seltener Stuhlgang

  • harter oder klumpiger Stuhl

  • starkes Pressen beim Toilettengang

  • das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können

  • Völlegefühl

  • Bauchschmerzen


Medizinisch gilt eine Stuhlfrequenz von etwa dreimal pro Woche bis dreimal täglich als normal – vorausgesetzt, die Entleerung verläuft ohne Beschwerden. Deshalb ist nicht nur die Häufigkeit entscheidend, sondern auch die Konsistenz des Stuhls und wie vollständig und problemlos sich der Darm entleeren lässt. In der Naturheilkunde wird hingegen häufig ein täglicher Stuhlgang als erstrebenswert angesehen, da der Darm so Stoffwechselprodukte regelmässig ausscheiden kann. Bleibt der Stuhl länger im Darm, werden diese verzögert ausgeschieden und die Verdauungsorgane können zusätzlich belastet werden.

Ursachen für Verstopfung?


Oft gibt es nicht nur einen Auslöser, sondern mehrere Faktoren, die zusammenkommen:


  • Ernährung und Lebensstil - zu wenig Ballaststoffe, zu wenig trinken und Bewegungsmangel.

  • Ungleichgewicht der Darmflora - Ein Ungleichgewicht der Darmflora kann die Darmfunktion beeinflussen und mit einer verlangsamten Darmbewegung in Zusammenhang stehen.

  • Hormonelle Einflüsse - Hormonelle Schwankungen können die Darmbewegung beeinflussen. Besonders während der Schwangerschaft, in der zweiten Zyklushälfte oder in den Wechseljahren berichten viele Frauen über eine trägere Verdauung.

  • Medikamente - Bestimmte Medikamente wie: Antidepressiva, gewisse Blutdruckmedikamente oder Eisenpräparate können eine Verstopfung begünstigen.

  • Stress - Anhaltender Stress kann über die Darm-Hirn-Achse die Darmbewegung verlangsamen und so eine Verstopfung begünstigen.

  • Reisen - veränderter Tagesrhythmus, ungewohnte Mahlzeiten, weniger Bewegung, eine geringere Flüssigkeitszufuhr oder das Zurückhalten des Stuhldrangs können dazu führen, dass der Darm träger arbeitet.

  • Erkrankungen - Auch bestimmte Erkrankungen können mit Verstopfung einhergehen. Dazu zählen unter anderem eine Schilddrüsenunterfunktion, neurologische Erkrankungen oder das Reizdarmsyndrom.

  • Missbrauch von Abführmitteln - Der häufige oder langfristige Gebrauch von Abführmitteln kann die natürliche Darmfunktion beeinträchtigen und langfristig eine Verstopfung begünstigen.

  • Operationen - Narkose, Schmerzmittel und weniger Bewegung können nach einer Operation vorübergehend zu Verstopfung führen.


Was kann bei Verstopfung helfen?

1. Ausreichend Trinken - Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft dabei, den Stuhl geschmeidig zu halten.

2. Ballaststoffe integrieren - Erhöhe deine Ballaststoffzufuhr schrittweise und achte gleichzeitig auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Integriere regelmässig Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse in deinen Speiseplan. Wasserlösliche Ballaststoffe fördern eine gesunde Darmflora, während wasserunlösliche Ballaststoffe das Stuhlvolumen vergrössern und die Darmbewegung anregen.

Dörrpflaumen und Dörrfeigen können die Verdauung auf natürliche Weise unterstützen. Sie liefern Ballaststoffe und enthalten natürlicherweise Sorbit, das Wasser im Darm bindet und den Stuhl weicher machen kann.

Auch Share-Pflaumen – fermentierte Pflaumen – werden häufig zur Förderung der Verdauung eingesetzt. Da sie bereits in kleinen Mengen wirken können, ist es wichtig, mit einer halben oder sogar einem Viertel einer Frucht zu beginnen und die Menge bei Bedarf langsam zu steigern.

3. Regelmässige Bewegung - Bereits tägliche Spaziergänge oder andere Formen von Bewegung können die natürliche Darmbewegung unterstützen.

4. Den Stuhldrang nicht unterdrücken - Nimm dir Zeit für den Toilettengang und reagiere möglichst auf den ersten Stuhldrang. Je länger der Stuhl im Darm bleibt, desto mehr Wasser wird entzogen.

5. Stress reduzieren - Über die Darm-Hirn-Achse kann anhaltender Stress die Darmbewegung verlangsamen. Bewusste Pausen und Entspannung können deshalb auch die Verdauung unterstützen.

6. Die Darmflora unterstützen - Eine vielfältige, ballaststoffreiche Ernährung fördert nützliche Darmbakterien und kann langfristig zu einer gesunden Verdauung beitragen.

7. Wärme nutzen - Starte den Tag mit einem Glas lauwarmem oder abgekochtem Wasser. Auch warme Mahlzeiten oder Kräutertees können die Darmtätigkeit unterstützen.


Wann empfiehlt es sich genauer hinzuschauen?

Tritt eine Verstopfung nur gelegentlich auf, lässt sie sich häufig bereits durch Anpassungen im Alltag positiv beeinflussen. Halten die Beschwerden jedoch über längere Zeit an, treten sie regelmässig auf oder beeinträchtigen sie dein Wohlbefinden deutlich, lohnt es sich, die Ursachen genauer abzuklären.


Eine ärztliche Abklärung ist besonders wichtig, wenn zusätzlich Blut im Stuhl, starke oder plötzlich auftretende Bauchschmerzen, unbeabsichtigter Gewichtsverlust oder eine neu aufgetretene Verstopfung ohne erkennbare Ursache hinzukommen.


Fazit

Verstopfung ist mehr als nur ein unangenehmes Symptom. Sie ist oft ein Zeichen dafür, dass der Darm aus dem Gleichgewicht geraten ist oder Unterstützung benötigt.

Mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung, genügend Flüssigkeit und einem bewussten Umgang mit Stress lässt sich die Verdauung häufig positiv beeinflussen. Halten die Beschwerden dennoch an, lohnt es sich, die Ursachen genauer zu betrachten und individuelle Lösungen zu finden.


Du möchtest deine Verdauung besser verstehen?

Leidest du regelmässig unter Verstopfung oder anderen Verdauungsbeschwerden? Gemeinsam gehen wir den möglichen Ursachen auf den Grund und entwickeln individuelle, alltagstaugliche Lösungen.





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Hinweis: Die Inhalte dieses Blogs dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung. Sie sind nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung gedacht. Bei anhaltenden, unklaren oder sich verschlechternden Beschwerden solltest du ärztlichen Rat einholen.

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